Der BOD POD® und ich
Marlies Wallner, Lehrende und wissenschaftliche Mitarbeiterin des HPL, Susan Fischer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der FH JOANNEUM und ich im BOD POD® (© FH JOANNEUM / Manfred Terler).

Der BOD POD® und ich

Eva-Maria Kienzl,

Weiß, abgerundet und ein bisschen spacig – so kann man ihn beschreiben. Allerdings geht es bei der Forschung mit dem BOD POD® nicht um Äußerlichkeiten, sondern um die inneren Werte. Genauer: um die Körperzusammensetzung. Ich wollte die neue Forschungsmethode unseres Health Perception Laps – kurz: HPL – am eigenen Körper erleben. Ein Selbstversuch.

Punsch, Kekse und deftiges Essen – in der Advent- und Weihnachtszeit schmausen wir gerne. Ich auch. Die letzte Woche war ich eher vorsichtig. Der Grund: Mein Termin mit dem BOD POD® kam immer näher. Vier Tage vor Weihnachten war es dann soweit. Im HPL angekommen, steht er dann vor mir. Extra für mich kalibriert, damit er mir ganz genau meine Fettmasse und fettfreie Masse zeigen kann. Die Fragen, die ich mir auch in diesem Moment stelle: Will ich das überhaupt wissen? War das eine Kekserl gestern wirklich nötig? Beim Training war ich im letzten Monat auch faul… Egal, jetzt gibt es kein Zurück.

Die Vorbereitung
Zuerst muss ich den Schmuck ablegen, dann die Haare in einem Netz verstecken. Nicht einmal mein Dutt darf darunter bleiben – alles muss so nah wie möglich am Körper anliegen. Eine Herausforderung bei meinen langen Haaren. Beim zweiten Versuch klappt es mit dem Strumpfhosen-ähnlichen Netz. Schuhe weg, Pullover weg, Hose weg. Nur die Unterwäsche bleibt. Allerdings wurde ich schon vorgewarnt: Auch Push-up-BHs bringen zusätzliches Volumen und verfälschen damit das Ergebnis.

Die Messung
Ein letztes Mal wird noch ohne mich gemessen, damit sich der BOD POD® an den aktuellen Lichteinfall und die Temperatur im Raum gewöhnt. Er ist eben sensibel, aber nur deshalb kann er so genau messen. Zuerst geht es auf die Waage. Ein Ergebnis sieht man nicht sofort. Dann steige ich ein, in die weiße Blase. Sitzend, die Hände auf den Oberschenkeln abgelegt, wird mir noch der Notfallknopf gezeigt. Dann wird er das erste Mal geschlossen. Ist aber nicht so tragisch: Es gibt ja ein großes Guckloch. Platzangst ist kein Problem.

Der BOD POD® und ich. (© FH JOANNEUM / Manfred Terler)

Für eine Minute ruhig zu sitzen ist meine einzige Aufgabe. Den Rest macht er. Los geht es mit einen Bloop. Jetzt ist der BOD POD® luftdicht. Kurz später ein lauteres Bloop und dann pumpende Geräusche. Die Luft wird an mir vorbei in die Referenzkammer gezogen. In Atemnot kommt man trotzdem nicht. Nach einer Minute ist die erste Messung vorbei. Nach einer kurzen Öffnung geht es mit der zweiten weiter. Sind die Ergebnisse sehr ähnlich, ist es auch schon wieder vorbei. Danach gibt es meine Zahlen zur Körperzusammensetzung, zum Lungenvolumen und zum täglichen Kalorienbedarf inklusive Erläuterungen auf einem Ausdruck.

Die Forschung
Die Messungen des BOD POD® funktioniert durch Densitometrie – vereinfacht gesagt durch Luftverdrängung. Mein Körper verdrängt in der Kapsel eine bestimmte Menge an Luft. Dadurch wird meine Körperdichte ermittelt. Da die Fettmasse bei allen Menschen die gleiche Dichte hat, kann auch meine fettfreie Masse errechnet werden. Muskel, Wasser, Knochen oder Organe zählen dazu.

Die Vermeidung von Adipositas ist ein wichtiger Forschungsschwerpunkt des HPL – unseres Labors für Gesundheit und Sensorik. Der BOD POD® kommt dabei gemeinsam mit dem PEA POD® – seinem kleinen Bruder zur Messung bei Babys – zum Einsatz. Durch die Kombination beider Geräte, die es in Europa nur ganz selten gibt, können Mütter und ihre Kinder über mehrere Jahre begleitet werden.