Hochmoore: Die Helden des passiven Klimaschutzes 1
Simmlinger/ÖBF

Hochmoore: die Helden des passiven Klimaschutzes

Karin Kuchler,

Was haben Hochmoore mit passivem Klimaschutz zu tun? Sehr viel. Hochmoore besitzen die Fähigkeit klimarelevante Stoffe wie Kohlenstoff zu speichern. Die Bachelor-Arbeit von Julia Fladenhofer setzt sich mit dem Thema auseinander und zeigt, dass die Bewahrung von Hochmooren eine Prioritäten für uns alle sein sollte. Im Interview verrät Julia Fladenhofer nicht nur spannende Inhalte ihrer Arbeit, sondern auch drei Tipps für das Verfassen von Bachelor-Arbeiten.

Umwelt- und Klimaschutz sind keine Selbstverständlichkeit. Der Windpark Pretulalpe der Österreichischen Bundesforste zeigt, wie ein Windparkprojekt im Sinne des Umweltschutzes umgesetzt werden kann. Ein wesentlicher Aspekt der Errichtung des Windparks waren ökologische Maßnahmen wie die Renaturierung des „Schwarzriegelmoos“, des östlichsten Hochmoores der Alpen. Der Beitrag des Studiengangs „Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement“ zu diesem Projekt war eine Bachelor-Arbeit zum Thema „Schwarzriegelmoos – Zustandserhebung und Dokumentation der Revitalisierungsmaßnahmen des östlichsten Hochmoores der Alpen“. Im Auftrag der Österreichischen Bundesforste führte Studentin Julia Fladenhofer Wassermessungen durch, um den Ist-Zustand des Hochmoores zu dokumentieren und Monitoringvorschläge für die nächsten fünf bis zehn Jahre abzuliefern. Julia Fladenhofer demonstrierte ihr Fachwissen nicht nur in der Theorie, sondern engagierte sich auch praktisch bei den Renaturierungsmaßnahmen.

Wir haben uns mit Julia Fladenhofer über Ihre Bachelor-Arbeit unterhalten:

Wie entstand die Idee zu dieser Bachelor-Arbeit?

Die Idee zu meiner Bachelor-Arbeit entstand im Rahmen des Bewerbungsgesprächs für ein Praktikum im Windpark Pretulalpe. Ich habe die Österreichischen Bundesforste aktiv nach einer Kooperationsmöglichkeit im Rahmen einer Bachelor-Arbeit gefragt. Es standen mehrere Projekte zur Auswahl – jedoch lag allen Beteiligten das Projekt „Schwarzriegelmoos“ besonders am Herzen. Für mich persönlich war es wichtig, eine Arbeit mit Bezug zu meiner Heimatregion zu verfassen.

Wie gestaltete sich die Kooperation mit Ihrem Projektauftraggeber?

Ich hatte unterschiedliche Ansprechpersonen seitens meiner Auftraggeber. Besonders eng war die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung des Windparks Pretulalpe, mit dem Projektleiter der Renaturierungsmaßnahmen und der Revierleiterin der Bundesforste. Im Laufe der Monate habe ich regelmäßig meine Konzepte und Kapitel übermittelt und mir Feedback eingeholt.

Wie ist es Ihnen beim Verfassen der Bachelor-Arbeit ergangen? Welche Schwierigkeiten mussten Sie meistern?

Grundsätzlich ist es mir gut ergangen. Allerdings stößt man im Laufe der Projektarbeit immer wieder auf kleine Herausforderungen. Die erste Hürde war das Erarbeiten einer passenden Methodik zur Datenerhebung im Hochmoor und der anschließenden Auswertung. Nachdem die Wasserproben über ein Jahr hinweg im Freiland zu entnehmen waren, war das Wetter auch ein wesentlicher Risiko- und Einflussfaktor. Die Probenentnahme war teilweise sehr mühsam und zeitaufwendig – zum Beispiel drei Tage für eine Probenentnahme und Analyse.

Welche praktischen Renaturierungsmaßnahmen wurden im Rahmen dieses Projektes umgesetzt?

In Kooperation mit den Österreichischen Bundesforsten, der Bergwacht und der Landjugend des Bezirks Mürzzuschlag gelang es uns auf zehn Flächen das Torfmoos von Gehölz (Latschen und Fichten) zu befreien. Außerdem wurde eine provisorische Einzäunung (Anm.: ein Holzzaun wird im Herbst 2017 errichtet) des Hochmoores vorgenommen um das Weidevieh von der Fläche fern zu halten. Im Herbst dieses Jahres, soll auch ein Steg gebaut werden um die Überquerung des Hochmoores so schonend wie möglich zu gestalten.

Julia Fladenhofers Tipps zum Verfassen einer Bachelor-Arbeit

  • Es ist wichtig, dass man sich mir dem gewählten Thema identifiziert. Man verbringt sehr viel Zeit mit der Bachelor-Arbeit.
  • Auf das Zeitmanagement achten.
  • Die Gelegenheit nützen, potenzielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber kennenzulernen.
Foto: Julia Fladenhofer