„Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche zieh’n …“

„Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche zieh’n …“

Natanja Reitner,

Bedienungsanleitungen sind oft schwer verständlich oder sogar falsch. Das Erstellen von guten Anleitungen ist eine Kunst für sich und will gelernt sein. Das Handwerkszeug dazu wird im neuen Master-Lehrgang „Technische Dokumentation“ vermittelt, der an der FH JOANNEUM im Sommersemester 2017 am Institut Journalismus und Public Relations startet.

Präzise, technische Beschreibungen sind nicht nur ein Qualitätsmerkmal eines Produkts und wesentlich für die Kundenzufriedenheit, sondern auch eine wirksame Absicherung gegen teure Produkthaftungsklagen und Gewährleistungsfälle. Der neue Master-Lehrgang „Technische Dokumentation“ zeigt ab März 2017, wie es geht.

Was Sie über den neuen Master-Lehrgang wissen müssen
  1. Das Berufsbild der Technischen Redakteurin beziehungsweise des Technischen Redakteurs ist in Österreich noch relativ wenig bekannt. Was kann man sich unter Technischer Dokumentation vorstellen?
    Die Technische Dokumentation dient der Information und Instruktion zu technischen Produkten und der haftungsrechtlichen Absicherung des Herstellers. Technische Redakteurinnen und Redakteure sind die Mittler zwischen den Produkten beziehungsweise deren Technologien und den Anwenderinnen beziehungsweise Anwendern in allen Zielgruppen: vom Montage- und Servicepersonal bis hin zu den Endverbraucherinnen und -verbrauchern.

  2. Was sind die Schwerpunkte des Lehrgangs?
    Technische Redakteurinnen und Redakteure sind zunehmend als Projektmanagerinnen und
    -manager für die gesamte Prozesskette der Erstellung von Dokumentationsprodukten verantwortlich. Aus diesem Grund wurde bei der Erstellung des Curriculums besonderer Wert darauf gelegt, neben einer Einführung in die Grundlagen der Technischen Dokumentation und einer wissenschaftlichen Vertiefung der Kernkompetenzen den Studierenden einen Überblick über alle relevanten Teilprozesse zu vermitteln.

  3. Wie ist der Lehrgang organisiert?
    Der Lehrgang ist berufsbegleitend organisiert mit einer Regelstudiendauer von drei Semestern und dem Abschluss „Master of Science“. Die Präsenzphasen an Wochenenden und dazwischen liegende E-Learning-Phasen erleichtern berufstätigen Studierenden die Teilnahme.

  4. Warum wird das Ausbildungsangebot als postgradualer Lehrgang umgesetzt?
    Der Lehrgang ist zielgruppenspezifisch organisiert, das wissenschaftliche und didaktische Konzept baut auf die Berufserfahrung der Studierenden auf. Eine Marktanalyse hat gezeigt, dass in vielen Firmen die Aufgabe der Technischen Dokumentation von Quereinsteigerinnen und -einsteigern ohne qualifizierte Ausbildung wahrgenommen wird.

  5. Was sind die Aufnahmevoraussetzungen?
    Gefordert sind entweder ein abgeschlossenes Studium mindestens auf Bachelor-Niveau oder eine Studienberechtigung in Verbindung mit einer mindestens 5-jährigen einschlägigen Berufspraxis.

  6. Ab wann kann man sich anmelden?
    Der Lehrgang startet im Sommersemester 2017, die Anmeldung ist ab 1. September 2016 möglich. Bewerbungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens bearbeitet, nach einem Bewerbungsgespräch erfolgt zeitnah die Aufnahmeentscheidung.

Der Master-Lehrgang „Technische Dokumentation“ wurde von Werner Schwaiger initiiert. Er war in einem deutschen Industriebetrieb viele Jahre für dieses Thema zuständig. Die inhaltliche Entwicklung des Lehrgangs passierte in Kooperation mit Konrad Baumann, Heinz Wittenbrink und Heinz M. Fischer vom Department für Medien & Design.