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Outgoing Studierende

 
Ein Studium an der FH JOANNEUM erweitert Ihren Horizont nicht nur in fachlicher Hinsicht, sondern bietet Ihnen auch unterschiedliche Möglichkeiten der Mobilität – etwa in Form eines Semesters im Ausland.
Outgoing Studierende 8

Wussten Sie, …

… ... ein Großteil der Studiengänge Kooperationen mit internationalen Partnerhochschulen vereinbart hat?

Insgesamt gibt es derzeit über 250 Partnerhochschulen in Europa, Asien, Nord- und Südamerika sowie Australien. Am Studiengang "Management internationaler Geschäftsprozesse" ist das Studium an einer ausländischen Hochschule ein zentraler Bestandteil des Curriculums.

Blogs aus dem Ausland

Unsere Outgoing Studierenden sind an Partnerhochschulen auf der ganzen Welt unterwegs. Einige davon schreiben während Ihres Auslandssemesters einen Blog und lassen uns daran teilhaben:

Interview mit ehemaligen Outgoings

Constanze Arp und Alexander Thiel vom Studiengang „Physiotherapie“ haben im Sommersemester 2015 ein Auslandssemester an der Mikkeli University of Applied Sciences in Finnland absolviert. Dabei haben sie sich den Herausforderungen einer neuen Kultur und einer fremden Sprache gestellt und sind mit vielen neuen Eindrücken und Freundschaften wieder zurückgekommen. Wie es ihnen gefallen hat und welche Tipps sie zukünftigen Outgoings geben können, erfahren Sie in unserem Interview.

Warum habt ihr euch für ein Auslandssemester entschieden? Warum für Finnland?
Wir wollten die Chance nutzen eine neue Kultur und vor allem neue therapeutische Anwendungstechniken kennenzulernen. Das heißt, die Physiotherapie in einem anderen Umfeld erleben. Wir haben das Auslandssemester einem Auslandspraktikum vorgezogen, um noch tiefer in den Alltag und die Kultur eintauchen zu können. Beide wollten wir immer schon den Norden Europas bereisen. Als wir eine Partnerhochschule in Finnland entdeckten, stand unser Entschluss fest. Der Standort der Mikkeli University of Applied Sciences in Savonlinna liegt inmitten der reizvollen finnischen Seenplatte. Das war ein weiterer Grund für unsere Entscheidung.

Wie hoch war der organisatorische Aufwand vor Antritt des Auslandssemesters? Wie viel Unterstützung habt ihr von der FH JOANNEUM und von der Partnerhochschule bekommen?
Die Vorbereitungen erforderten viel Organisation und persönlichen Einsatz. Wir empfehlen, bereits ein Jahr vor der geplanten Abreise damit zu beginnen. Dazu gehören die FH-Anmeldung, die Anfrage an die Partnerhochschule, die Online-Anmeldung für die Partnerhochschule, das Ausfüllen des Learning Agreements, die Wohnungssuche, das Erasmus-Ansuchen und etwaige Dokumente wie zum Beispiel ein ärztlicher Bescheid über die gesundheitliche Eignung.

Die FH JOANNEUM half uns bei den ersten Schritten der Anmeldung und beim Ausfüllen des Learning Agreements. Außerdem haben wir die finnischen Kontaktdaten erst durch unsere internationale Koordinatorin bekommen. Danach waren wir meist auf uns alleine gestellt. Hat aber alles wunderbar funktioniert. Seitens der finnischen Partnerhochschule wurden wir ausreichend unterstützt. Wir bekamen noch Wochen vor unserem Abflug ein Päckchen aus Finnland mit allen nötigen Informationen über unsere Ankunft, den Aufenthalt in Savonlinna und die anstehenden Praktika. Vor Ort empfingen uns unsere Tutoren, brachten uns zur Unterkunft, halfen uns im Alltag, organisierten Ausflüge und wurden Freunde.

Welche Unterschiede gibt es im universitären Bereich? Welche Vorteile und Nachteile gibt es im Vergleich zur FH JOANNEUM?
Ein großer Vergleich kann nicht wirklich gezogen werden, da die Hochschule nur drei Studiengänge anbietet. Savonlinna ist nämlich der zweite Standpunkt der MAMK Universität, der Hauptsitz ist in der etwa 104 Kilometer entfernten Stadt Mikkeli. Daher ist die Anzahl an Studierenden geringer als in Graz, dafür die Atmosphäre umso familiärer.

Wie hoch war der finanzielle Aufwand? Wie hoch war die finanzielle Förderung durch Erasmus+?
Die monatliche Förderung durch Erasmus+ betrug 333 Euro. Für Studierende mit Studienbeihilfe gibt es je nach Höhe der Beihilfe noch einen zusätzlichen Reisekostenzuschuss und eine monatliche Auslandsbeihilfe. Mietkosten liegen bei 200 bis 300 Euro, jedoch sind Lebensmittel und Alkohol teuer. Im Zuge des Auslandsaufenthaltes haben wir zudem die Möglichkeit genutzt, weitere nordische Länder zu besichtigen. Meistens mittels Bus und Fähre, da Zug- und Flugverbindungen vergleichsweise mehr kosten. Um die Lebenserhaltungskosten abzudecken reicht die „normale“ Förderung durch Erasmus+ daher nicht aus. Es ist empfehlenswert rechtzeitig ein finanzielles Polster vor Abflug anzusparen beziehungsweise Studienbeihilfe zu beziehen.

Was habt ihr gemacht, wenn ihr keine Kurse hattet? Wie habt ihr eure Freizeit gestaltet? Gab es Angebote der Hochschule?
Da Finnland ein so naturbelassenes Land ist, bieten Winter und Sommer viele „outside activities“. Sei es Eislaufen, Schneeschuhwandern, ein Lappland-Besuch, um mit Huskys eine Schlittenfahrt zu unternehmen, Bobfahren oder schwimmen, Kanufahren und Radtouren. Wie bereits erwähnt haben wir uns auch nicht die Gelegenheit nehmen lassen innerhalb Finnlands und in andere Länder zu reisen. Das wurde rein von uns geplant (super ist zum Beispiel die Website Timetravels, weil die Hochschule keine Exkursionen anbot. Allerdings gab es an der Hochschule einen sogenannten „International Club“, in dem finnische Studierende und Erasmus-Studierende zusammen Spielabende, Grill-Ausflüge, Fortgehwochenenden und mehr verbrachten.

Welche kulturellen Unterschiede zwischen Finnland und Österreich sind euch aufgefallen? Gab es etwas, das euch gefehlt hat? Wie ging es euch mit der fremden Sprache?
Einer der größten Unterschiede (den wir beide sehr zu lieben gelernt haben) ist die Saunakultur. Fast jeder Finne besitzt eine und benutzt diese täglich. Es gehört so selbstverständlich zum Leben wie bei uns der Kaffee am Morgen. Uns wurde sogar erzählt, dass Finnen immer zuerst die Sauna und anschließend alles andere darum herum bauen. Das finnische Essen ähnelt dem österreichischen. Im Norden zählen vor allem Kartoffeln und Milch zu den Hauptnahrungsprodukten. Es war anfangs etwas ungewohnt zu Fisch, Reis- oder Fleischgerichten Milch zu trinken, jedoch hat sich mittlerweile unser Milchkonsum auch in Österreich verdoppelt. Es gibt außerdem einige finnische Spezialitäten, die man entweder liebt oder nicht. Wir zwei spiegeln genau das wieder. Alexander steht zum Beispiel total auf Lakritze und Salmiakki, die in allen Varianten genossen werden (als Kaugummi, Zuckerl, Eis, Alkohol...). Constanze ist diesen „Leckereien“ eher abgeneigt. Da Finnland „das Land der tausend Seen“ ist, sind Wassersportarten sehr beliebt. Die meisten Finnen besitzen auch ein Häuschen am See, in dem sie Wochenenden und Ferien verbringen. Die finnische Sprache besteht aus 15 Fällen und die Wörter ändern sich, je nachdem zu wem und in welchem Zusammenhang gesprochen wird. Daher konnten wir nur die Basics sowie ein paar therapierelevante Ausdrücke erlernen. Die Zahlen (das Einfachste der Sprache) erlernten wir über Bingo-Abende am Sonntag. Leider wurde kein Finnisch-Kurs angeboten.

Wie ging es euch allgemein mit der Integration? Habt ihr finnische Studierende kennengelernt oder hauptsächlich Erasmus-Studierende?
Uns wurden von Anfang an zwei Tutoren zugeteilt, wodurch wir schnell die Stadt und andere Studierende kennenlernten. Auch innerhalb der Praktika begegneten wir vielen Finnen jeglicher Altersgruppen. Außerdem waren wir mit zwei weiteren Erasmus-Studierenden in einer Wohnung untergebracht. Wir trafen sogar Erasmus-Studierende, die aus derselben Stadt wie Constanze kamen – die Welt ist klein. Wir fühlten uns bald schon sehr einheimisch und empfanden die Rückkehr in „unsere“ Stadt Savonlinna immer als eine Art „nach Hause“ kommen.

Studierende der FH JOANNEUM können sich als Buddy melden, um Austauschstudierende bei der Integration zu helfen. Gibt es ein Buddy-Programm auf der Mikkeli University of Applied Sciences?
Jedem Erasmus-Studierenden werden Tutoren zur Verfügung gestellt. Diese holen die Studierenden am Bahnhof ab, bringen sie in ihre Unterkünfte, verbringen Zeit mit ihnen und helfen bei jeglichen Problemen.

Was war euer schönstes Erlebnis während des Auslandsaufenthaltes?
Das lässt sich gar nicht auf ein Erlebnis herunterbrechen. Es hat uns einfach der ganze Aufenthalt gefallen mit all den Freizeit- und Reiseaktivitäten, den neuen Kontakten und Praktika. Ein besonderes Erlebnis sind zum Beispiel Videoaufnahmen von uns, die finnischen Studierenden in Savonlinna als Deutschkursvorlage dienen sollen. Somit sind wir quasi an der Hochschule verewigt. ;)

Inwieweit hat der Auslandsaufenthalt Einfluss auf eure Persönlichkeitsentwicklung gehabt?
Ein Auslandsaufenthalt bietet die Möglichkeit, sich persönlich sowie fachlich weiter zu entwickeln: neue Freundschaften, andere Sprache, spannende Herausforderungen. Darüber hinaus ist es ohnehin wichtig, sich weltweit zu vernetzen und sich auszutauschen.

Wie schwierig/einfach war es, wieder nach Hause zurückzukehren – Stichwort „reverse culture shock“? Gibt es etwas, dass ihr nun aus Finnland vermisst?
Nicht ganz so schwer, da wir sofort zwei Prüfungen in Österreich zu absolvieren hatten und deswegen sehr beschäftigt waren. Wir beide vermissen aber das Land und die Menschen und haben beschlossen, diesen Winter noch einmal für eine Woche Finnland zu besuchen.

Das Auslandssemester hat euch so gut gefallen, dass ihr nun ein Graduierten-Auslandspraktikum absolvieren möchtet. Inwiefern glaubt ihr, wird sich ein Auslandspraktikum von einem Auslandssemester unterscheiden?
Durch ein Semester bekommt man zusätzlichen Einblick in den universitären Bereich und je länger man vor Ort ist, desto mehr lebt man sich natürlich ein.

Welchen Tipp könnt ihr zukünftigen Erasmus-Studierenden mitgeben?
Offen sein für Neues, sich nicht scheuen, ins kalte Wasser zu springen (in Finnland sogar wortwörtlich) und auf jeden Fall einen Erasmus-Aufenthalt in Betracht ziehen.

Gibt es sonst noch etwas, dass ihr uns erzählen möchtet?
Eine Auslandserfahrung ist eine Bereicherung, die man nie mit Geld aufwiegen kann!

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