Projekt

Auftragsstudie: Umgestaltung Vorplatz Sturm Liebenauer Stadion

 
Student competition: Remodelling of the forecourt of the Sturm Liebenau Stadium 2

Studierende des Master-Studiengangs „Architektur“ haben sich im Wintersemester 2015/2016 im Rahmen der Lehrveranstaltungen „Freiraumplanung“ und „Objektdesign“ mit der Umgestaltung des Stadionvorplatzes in Graz-Liebenau auseinandergesetzt. In Form einer Auftragsstudie wurden umfangreiche Konzepte entwickelt, um sowohl die Aufenthaltsdauer der Fans vor und nach dem Spiel als auch die generelle Attraktivität des Vorplatzes zu steigern.

Der SK Sturm Graz verkörpert wie kein anderer Sportverein in der Steiermark Tradition, Leidenschaft und Emotion. Rund 8.500 Zuschauerinnen und Zuschauer pilgern im Schnitt zu den Heimspielen. Bei namhaften Gegnern füllen über 15.000 Menschen das Stadion. Der Stadionvorplatz in Graz-Liebenau dient als Auffangbecken für die Menschenmassen und als Bühne für dieses alle zwei Wochen stattfindende Großereignis. Jedoch: Erst wenige Stunden vor dem Anpfiff beginnt sich der Platz zu füllen; kurze Zeit nach Ende des Spiels hinterlassen die Fans für die nächsten 13 Tage eine graue urbane Wüste ohne Identität und Freiraumqualität.

Die Verantwortlichen von Sturm Graz haben diese Missstände längst erkannt und traten an den Leiter des Master-Studiengangs „Architektur“ der FH JOANNEUM Wolfgang Schmied heran, um eine Auftragsstudie zur Neu- und Umgestaltung des Stadionvorplatzes zu initiieren. Im Vordergrund standen sowohl die Erhöhung der Aufenthaltsdauer der Fans vor und nach dem Spiel als auch die generelle Attraktivierung dieses potenziell wertvollen Freiraums in Liebenau.

Im Rahmen der Lehrveranstaltungen „Freiraumgestaltung“ von Robert Kutscha und „Objektdesign“ von Thomas Zach untersuchten die Studierenden in einem ersten Schritt Gestaltung, Aktivitäten und das freiräumliche Angebot großer Sportstadien und deren Vorplätze in Europa und den USA. Über die Erfassung des Freiraumangebots in der näheren Umgebung von Liebenau, der wesentlichen Bewegungsachsen und der Aufenthaltsqualitäten vor Ort im Rahmen eines Matchbesuchs wurden die freiräumlichen Parameter für die weitere Entwurfstätigkeit definiert. Durch die Analyse der aktuellen und potenziellen Freiraumnutzerinnen sowie -nutzer wurde das durchaus inhomogene Profil der unterschiedlichsten Freiraumansprüche ausgearbeitet: von Bewohnerinnen und Bewohnern der Umgebung des Stadions, Familien mit Kindern an oder unabhängig von Matchtagen bis hin zu eingefleischten „Ultras“.

Am Platz vorhandene Raumsituationen wurden bewertet und um erforderliche Parameter wie Witterungsschutz, Beleuchtung bis hin zur möglichen Beheizbarkeit einzelner Aufenthaltsbereiche erweitert. Aus diesem Erfordernis heraus wurden multifunktionale Objekte entwickelt, welche in Form von Dachkonstruktionen, mobilen Möblierungen sowie Lichtinstallationen den Vorplatz neu definieren sollen.

Ziel der Lehrveranstaltung und somit auch der Studie war, den Liebenauer Stadionplatz als urbanen Anziehungspunkt zu begreifen, der im Kontext mit Sturm Graz eine eigenständige Identität entwickelt und seine Strahlkraft auch außerhalb der Matchtage entfaltet. Die Ergebnisse zeigen somit das gewünschte bunte Spektrum an Entwürfen von pragmatisch, verspielt bis architektonisch-visionär.

Die drei prämierten Ideen

Platz 1: Unsere Helden

Patrick Stumbauer und Lauridis-Axel Schloffer überzeugten die Jury mit dem Thema „Unsere Helden“: Entlang der Straßenbahn soll ein Walk of Fame mit lebensgroßen Figuren ehemaliger Fußballer, Trainer und Pokale entstehen. Über einen QR Code sind weitere Informationen digital abrufbar. Außerdem soll die Einfahrt der Tiefgaragen überbaut werden und so Platz für Public Viewing Veranstaltungen bieten.

Platz 2: HAULIEHAUplatz LIEbenau – Stadionvorplatz“, Mathias Geiger und Mario Steiner

Flexible Präsentationsstände, die über den Stadionvorplatz verteilt werden können, oder zusammengestellt, eine größere räumliche Konfiguration ergeben, belegten den zweiten Platz.

Platz 3: „Das Netz“, Carina Franz und Iris Gomm

Der dritte Platz ist eine Gitterstruktur aus Seilen, in die verschiedene Module fürs Relaxen, aber auch für Spiel und Sport eingehängt werden können.