Als AsylwerberIn bei uns studieren

Als AsylwerberIn bei uns studieren

Natanja Reitner,

Sie sind AsylwerberIn und wollen an der FH JOANNEUM studieren? Wir zeigen Ihnen wie.
Ein How-to-Guide.

Wir versuchen Sie so gut wie möglich bei Ihrer Bewerbung an der FH JOANNEUM zu unterstützen und Ihnen das Studieren zu ermöglichen. Als AsylwerberIn sind sie von Studiengebühren ausgenommen und wir finden auch eine Lösung, wenn Sie keine Dokumente besitzen. Gerne können Sie mit unserer Studienberatung einen Termin vereinbaren, um Ihre Situation und Ihre Möglichkeiten zu besprechen. In technischen Studienrichtungen haben Sie als internationale Studierende beziehungsweise internationaler Studierender besonders gute Jobchancen.

Die Bewerbung

Für alle, die bei uns studieren wollen, ist der erste Schritt derselbe: Sie müssen sich bei uns bewerben. Die Bewerbung muss gewissen Richtlinien entsprechen. Wie die aussehen, haben wir in unserem Blogartikel „Wie komm’ ich rein“ beschrieben. Falls Ihnen notwendige Dokumente fehlen oder falls Dokumente nicht übersetzt oder beglaubigt sind, müssten Sie noch folgendes ergänzen:

  • eine Schilderung ihrer Ausbildung und ihrer Situation, am besten im Bewerbungsschreiben (Abschlüsse, Name der ehemaligen Schule, Universität etc.)
  • eine Liste der Dokumente, die Sie nicht zur Verfügung stellen können
  • ein Nachweis über Ihre erfolgreiche Beantragung auf Asyl beziehungsweise über ihren aktuellen Asylstatus

Ihre Vorbildung nachweisen

Alle BewerberInnen müssen gewisse Zugangsvoraussetzungen erfüllen: darunter fällt auch der Nachweis über die Vorbildung. Falls Ihre Dokumente nicht übersetzt oder beglaubigt sind beziehungsweise falls Sie keine Dokumente besitzen, müssen wir einen anderen Weg finden, den Nachweis über Ihre Vorbildung zu erhalten. Das machen wir auf zwei Arten:

Recherche unserer Weiterbildung und Studierendenadministration

Unsere MitarbeiterInnen versuchen über Datenbanken und Abfragen beim zuständigen Ministerium die Gleichwertigkeit der von Ihnen angegebenen Vorbildung mit einer entsprechenden österreichischen Vorbildung festzustellen.

Beweisverfahren durch die Studiengangsleitung

Die Leitung des Studiengangs, für den Sie sich bewerben, stellt in einem Gespräch oder einer schriftlichen Überprüfung fest, ob Ihre angegebene Vorbildung glaubhaft ist.

Falls Sie angeben, die Matura oder einen gleichgestellten Abschluss in Ihrem Heimatland zu haben, ähnelt dieses Beweisverfahren einer Maturaprüfung in mehreren Fächern.

Wenn Sie sich für einen Master-Studiengang bewerben findet auch ein Gespräch oder eine schriftliche Überprüfung Ihrer Kenntnisse statt, die Sie laut Ihrer angegebenen Vorbildung (meist Bachelor-Abschluss) haben sollten.

Zum Schluss erstellt die Studiengangsleitung ein Gutachten, das im Idealfall positiv ist. Falls nur gewisse Kenntnisse fehlen, zum Beispiel in Mathematik, können Sie diese auch durch eine Zusatzprüfung nachholen.

Das Aufnahmeverfahren

Wenn Ihre Vorbildung und damit die Zugangsqualifikationen durch das dargestellte Beweisverfahren nachgewiesen werden konnte, können Sie an unserem Aufnahmeverfahren teilnehmen. Ausnahme: Wenn die Unterrichtssprache Deutsch ist und Sie noch keine ausreichenden Kenntnisse in dieser Sprache besitzen, sind Sie – genauso wie reguläre internationale Studierende – berechtigt, an dem Vorstudienlehrgang (VGUH) teilzunehmen. Dort können Sie das für die meisten Studiengänge vorausgesetzte Level B2 erreichen. Dann können Sie ein Jahr später am Aufnahmeverfahren teilnehmen.

In unserem Aufnahmeverfahren spielt es keine Rolle, ob Sie ÖsterreicherIn, EuropäerIn, internationale Studierende beziehungsweise internationaler Studierender oder AsylwerberIn sind. Alle werden gleich behandelt, alle haben die gleichen Chancen: Wie unser Aufnahmeverfahren genau aussieht und welche Besonderheiten es gibt, kann man in folgenden Blog-Artikeln nachlesen: